Immer mehr Influencer wandern nach Dubai aus und das hat viele Gründe. Einerseits die Steuern, auf der anderen Seite die großartige Infrastruktur und die Möglichkeiten zum Netzwerken sowie Content zu produzieren. Doch wie wandert man als Influencer nach Dubai aus?
Dieser umfassende Ratgeber erklärt, wie man sein Visum bekommt, welche Lizenzen man benötigt und vieles mehr. Zudem werden die einmaligen und wiederkehrenden Kosten sowie Steuern für Influencer erläutert.
- Die Gründe für die Auswanderung als Influencer nach Dubai sind mitunter die niedrigen Steuern, das Netzwerk an anderen Influencern, die Infrastruktur sowie der Lifestyle, den man hier leben kann.
- Die Voraussetzung ist lediglich ein Aufenthaltsvisum sowie eine Influencer-Lizenz bzw. Advertiser Permit, um als Content Creator Werbung machen zu dürfen.
- Das Influencer Visum ist eine Sonderform des Golden Visa, welches 10 Jahre gültig ist. Dieses Visum wird aber nur selten ausgestellt bzw. nur an sehr große Content Creator.
- Der Ablauf erfolgt über eine Firmengründung und die Beantragung der Permit auf die Firma. Der gesamte Prozess bis zum Erhalt des Visums und der Emirates ID dauert nur 2–3 Wochen.
Voraussetzungen
Grundsätzlich gibt es keine Voraussetzungen für die Auswanderung nach Dubai für Influencer, sofern man genug Geld besitzt und sich das Visum leisten kann. Die VAE sind ausgesprochen liberal, was die Vergabe von Visa betrifft, solange man sich das Leben leisten kann und einen Job oder eine eigene Firma hat, welche das Visum ermöglicht. Dazu gleich mehr.
Steuern
Einer der Hauptgründe für die Auswanderung sind natürlich die steuerlichen Vorteile in Dubai. Grundsätzlich sind die meisten Influencer in Dubai nach wie vor steuerbefreit. Denn folgende steuerliche Gesetzmäßigkeiten gelten für Kleinunternehmer und Influencer:
- 0 % Körperschaftssteuer bei weniger als 3 Mio. AED Umsatz (ca. 750.000 €) – darüber 9 %
- 0 % Einkommensteuer
- 0 % Steuer auf Kapitalerträge & Dividenden (Aktien, Krypto …)
- 0 % Steuer auf Mieteinnahmen
- 0 % Steuer auf Erbschaft, Schenkung und Vermögen
Visum
Grundsätzlich gibt es drei gängige Möglichkeiten, wie man das Aufenthaltsvisum in Dubai erhalten kann: Investment bzw. Immobilienkauf, Firmengründung oder Anstellung bzw. Job. Die meisten Influencer gründen eine eigene Firma und stellen sich über diese an. Solange die Firma aktiv ist, bleibt das Visum bzw. die Aufenthaltserlaubnis aufrecht.
Influencer Visa
Wer jedoch eine enorme internationale Reichweite besitzt und auch eine gewisse Relevanz für die VAE hat, kann auch versuchen, das Influencer Visa zu erhalten. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form des Golden Visa, welches den Aufenthalt auf 10 Jahre ermöglicht und anschließend erneuert werden kann.
Die Gesamtanzahl der Golden Visa ist auf 10.000 Stück limitiert und die Anforderungen sind in der Regel streng. Darunter fallen unter anderem:
- Große Reichweite (mehrere hunderttausend Follower)
- Internationale Relevanz
- Idealerweise Auszeichnungen
- Englischsprachig
Wer diese Anforderungen erfüllt, kann über das Creative HQ einen Antrag stellen. Für die meisten ist jedoch die Firmengründung in Dubai der gängigere und leichtere Weg.
Lizenzen
Alle Influencer müssen eine Influencer-Lizenz bzw. Advertiser Permit, wie sie richtigerweise genannt wird, besitzen. Diese muss zusätzlich zu den Lizenzen des Unternehmens beantragt werden. Wenn man beispielsweise ein Unternehmen im Bereich Social Media Marketing gründet, dann benötigt man zusätzlich noch die Permit, dass man als Influencer damit arbeiten darf. Diese Lizenz muss bei der National Media Authority bei Gründung beantragt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 5.000 AED im ersten Jahr und 2.500 AED für die Erneuerung.
Wer benötigt diese Permit?
Im Grunde genommen benötigt jeder eine Advertiser Permit, der Inhalte im Internet teilt und von Dritten dafür vergütet wird. In der Praxis sind somit folgende Berufsgruppen in der Regel betroffen:
- YouTuber
- Blogger
- Streamer
- Instagram- / TikTok-Influencer
Content Creator, die lediglich für sich selbst bzw. eigene Produkte werben, sind ausgenommen. Wer also keine bezahlten Kooperationen mit anderen Firmen macht, sondern ausschließlich für das eigene Unternehmen wirbt, braucht keine Permit.
Details zu Antrag, Auflagen und Verlängerung stehen im Artikel zur Dubai Influencer Lizenz.
Ablauf
Nachfolgend eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Auswanderung nach Dubai als Influencer. Diese sollte gut geplant sein, sodass alles reibungslos binnen weniger Wochen erledigt ist.
1. Abmeldung
Der erste Schritt ist, den Wegzug zu planen — und dazu gehört auch die korrekte Abmeldung im Heimatland. Das betrifft jedoch nicht nur das lokale Meldeamt, sondern auch Finanzamt, Versicherung und tatsächlich die Aufgabe des Wohnsitzes. Erst durch die Aufgabe des Wohnsitzes ist die Steuerpflicht beendet und die Auswanderung abgeschlossen.
Darüber hinaus sollte man sich auch Gedanken über das Thema Wegzugsteuer sowie Entstrickungssteuer machen, sollte man Anteile an Gesellschaften besitzen bzw. selbst aktiv Unternehmer sein. Dies sollte im Einzelfall auf jeden Fall von einem Steuerberater geklärt werden.
2. Firmengründung
Zeitgleich sollte man sich um die Gründung einer Firma in Dubai kümmern. Hierbei sollte man unbedingt die richtige Freezone wählen, welche die notwendigen Lizenzen im Bereich Social Media Marketing und Content Creation anbietet. Beispielsweise empfiehlt sich hier die Firmengründung bei IFZA oder in der Meydan Freezone. Die Firmengründung kann bereits remote geschehen und man benötigt folgende Unterlagen bzw. Angaben:
- Firmenname
- Aktivitäten / Lizenzen
- Geschäftsführer
- Eigentümer / Shareholder
- Stammkapital
- VISA-Auswahl
- Persönliche Stammdaten
- Aktueller Adressnachweis
Anschließend erhält man eine E-Mail zur Unterfertigung und Bestätigung der Einreichung.
3. Genehmigung via NMA (Advertiser Permit)
Während der Firmengründung wird man aufgefordert, für die gewünschten Aktivitäten auch eine Lizenz bzw. Genehmigung einzuholen. Bei Influencern und Content Creatorn ist hier die National Media Authority zuständig. Hier reicht man seine persönlichen Unterlagen und eine Beschreibung der voraussichtlichen Aktivitäten ein.
Nach Bezahlung der Gebühr von 5.000 AED (im ersten Jahr, danach nur mehr 2.500 AED) erhält man die Genehmigung und kann die Gründung der Firma abschließen. In der Regel dauert dieser Schritt 1–2 Wochen.
4. Einreise via eVISA
Wenn die Firma gegründet ist und man die Permit erhalten hat, kann man das Residence Visa in Dubai beantragen. Anfänglich erhält man zunächst aber nur das eVisa — ein temporäres Employment Visa, welches 60 Tage lang gültig ist und man bei der Einreise vorzeigen muss.
Wer als Tourist anstatt als Angestellter (der eigenen Firma) einreist, muss einen Status Change einreichen. Das sollte man vermeiden, da es zusätzliche Kosten verursacht.
5. Medical Check
Vor Ort gilt es anschließend einen kurzen medizinischen Test zu absolvieren. Dieser dauert mit dem VIP-Antrag nur wenige Minuten und man erhält das Ergebnis innerhalb weniger Stunden. Mit dem Ergebnis „FIT“ kann man anschließend den nächsten Schritt tätigen.
6. Emirates ID Antrag
Mit dem Ergebnis stellt man nun in einem Typing Center den Antrag auf eine Emirates ID. Die Emirates ID ist ein Personalausweis und das zentrale Dokument in Dubai. Dieses einseitige Formular ist entscheidend und muss beim nächsten Schritt wieder mitgeführt werden.
7. Biometrie
Die Biometrie findet in einer weiteren behördlichen Einrichtung statt. Hier werden das Ergebnis des Medical Check und der Emirates-ID-Antrag vorgezeigt. Darauf werden Fingerabdrücke genommen, welche anschließend auf der Emirates ID gespeichert sind.
8. Erhalt der Emirates ID & Residence Visa
Nach wenigen Tagen erhält man die Emirates ID und das Residence Visa per Mail zugesandt. Somit ist man offizieller Resident der VAE und kann sich fortlaufend in Dubai aufhalten und hier arbeiten.
9. Kontoeröffnung
Sobald man die Emirates ID erhalten hat, kann man ein Bankkonto in Dubai eröffnen — sowohl als Privatperson als auch für das Unternehmen. Folgende Banken sind mitunter zu empfehlen:
- Mashreq
- Emirates NBD (ENBD)
Kosten
Die Kosten für die Auswanderung sind aus bürokratischer bzw. behördlicher Sicht relativ genau kalkulierbar. Nachfolgend eine Aufstellung der Kosten für die Auswanderung eines Influencers:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Firmengründung Freezone | 4.000 € |
| Advertiser Permit (NMA), 1. Jahr | 1.200 € |
| Medical Check, Biometrie, Emirates ID & Residence Visa | 600 € |
| Concierge / Agentur für die Auswanderung optional | 1.000 – 2.000 € |
| Gesamt (inkl. Agentur) | ca. 7.000 – 8.000 € |
Der letzte Kostenpunkt ist natürlich optional, aber sehr zu empfehlen, da mehrere Behördenwege notwendig sind — kennt man diese nicht, kann es oft Wochen dauern, bis alles erledigt ist. Mit einer kompetenten Agentur ist der gesamte Prozess in der Regel in wenigen Tagen erledigt.
Regeln für Influencer in Dubai
Abgesehen von den steuerrechtlichen Aspekten und Auflagen hinsichtlich der Lizenzen sowie Permit gibt es generell noch ein paar Grundregeln, die man beachten sollte.
- Keine Werbung für Glücksspiel
- Keine Werbung für Alkohol
- Keine Falschinformationen verbreiten
- Keine diffamierenden Inhalte
Wer gegen diese Regeln verstößt oder generell ohne Permit als Content Creator arbeitet, muss mit empfindlichen Geldstrafen von mehreren tausend Dirham rechnen.
Influencer, die bereits in Dubai leben
Es gibt bereits eine Vielzahl an Influencern, die in Dubai leben — die Stadt hat sich mittlerweile zu einem regelrechten Hub für Content Creator entwickelt. Nachfolgend eine Liste an bekannten Influencern, die bereits seit vielen Jahren in Dubai leben:
- Iman Gadzhi
- Andrew Tate
- Mike Thurston
- Mo Vlogs
- Supercar Blondie
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Beratungsgespräch BuchenHäufig gestellte Fragen
Nachfolgend ein Überblick an häufig gestellten Fragen von Influencern, die bei der Auswanderung auftreten.
Ab welchem Einkommen sollte man als Influencer auswandern?
In der Regel empfiehlt es sich, erst ab einem monatlichen Einkommen von 5.000 € oder mehr nach Dubai auszuwandern. Die erhöhten Lebenshaltungskosten in Dubai sollte man auf jeden Fall berücksichtigen. Wer jedoch darüber hinaus verdient, wird sich viel zur Seite legen können, da man weitgehend steuerfrei lebt.
Welche Influencer sollten nicht auswandern?
Grundsätzlich sollte man nicht auswandern, wenn man als Content Creator Inhalte wie Glücksspiel, Alkohol oder Ähnliches bewirbt.
Zusammenfassung
Als Influencer nach Dubai auszuwandern, macht für viele auf jeden Fall Sinn. Denn die steuerlichen Vorteile sind enorm, die Infrastruktur zum Netzwerken großartig und es gibt viele Möglichkeiten, interessanten Content zu produzieren.
Wer ein globaler Influencer ist, kann probieren, ein Influencer VISA zu erhalten. Ansonsten wählt man den Weg einer Freezone-Firmengründung und holt die passende Genehmigung bei der NMA dafür ein. Die Gesamtkosten für die Auswanderung betragen in der Regel über eine Agentur 7.000 – 8.000 €.
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