Immer mehr Menschen wollen eine Firma in Dubai gründen. Einerseits, um an das Aufenthaltsvisum für die Auswanderung nach Dubai zu gelangen, aber auch, um von den Steuervorteilen der Metropole am arabischen Golf zu profitieren.
Alles zum Thema Firmengründung in Dubai, angefangen von Voraussetzungen über den Ablauf bis hin zu Kosten und fortlaufender Compliance in diesem umfassenden Ratgeber.
- Es gibt verschiedene Rechtsträger in Dubai. Zuerst muss man sich primär zwischen Mainland und Freezone Firma entscheiden. Zweiteres ist beliebter für Auswanderer aufgrund der niedrigeren Kosten.
- Die Wahl der Lizenzen und Aktivitäten ist genauso entscheidend, denn diese definieren letztendlich, welche Geschäftstätigkeiten man mit der Firma ausüben darf.
- Steuerlich gesehen unterliegen Unternehmen in Dubai einer Körperschaftsteuer in der Höhe von 9 %. Wobei Unternehmen unter 3.000.000 AED weiterhin keine Steuern zahlen müssen. Zudem gibt es einen Freibetrag von 375.000 AED sowie die Möglichkeit, steuerfrei Gehalt zu beziehen.
- Die Kosten für die Firmengründung hängen primär von Anzahl der Visa, Art und Anzahl der Lizenzen sowie Art des Rechtsträgers ab. Pauschal beginnen Freezones in Dubai bei rund 17.000 AED (4.000 €) und Mainland Firmen ab 8.000 € (34.000 AED).
Vorteile
Dubai ist nicht nur ein Ort der Extreme, sondern auch ein ernst zu nehmender globaler Wirtschaftsakteur. Die Stadt vereint moderne Infrastruktur, wirtschaftliche Stabilität und eine vorteilhafte geografische Lage. Hier sind einige Gründe, warum Dubai für Unternehmer und Gründer besonders attraktiv ist.
1. Lage
Dubai fungiert als Brücke zwischen den aufstrebenden Märkten des Ostens und den etablierten Märkten des Westens. Diese strategische Lage macht es zu einem bedeutenden Logistik- und Handelszentrum. Mittlerweile ist Dubai aber auch zu einem Technologiehub geworden und zahlreiche Großkonzerne aus dem IT-Bereich haben sich in der Stadt am Golf niedergelassen.
Die Regierung fördert diese Entwicklung auch und vergibt sogar Goldene VISA für Menschen im Bereich Software und AI, um mehr Leistungsträger und Experten in diesem Bereich anzuziehen.
Zahlreiche internationale Großveranstaltungen wie GITEX (größte Tech, AI & StartUp Messe) oder Big 5 bestätigen diese Entwicklung.
2. Wirtschaftliche Stabilität
Dubai hat sich durch seine beeindruckende wirtschaftliche Stabilität und die Diversifizierung seiner Wirtschaftsbereiche als widerstandsfähig gegenüber globalen wirtschaftlichen Schwankungen erwiesen. Rasche politische Entscheidungen versprechen Innovation und Rechtssicherheit für langfristige unternehmerische Entscheidungen.
Die Zahlen bestätigen das. Dubai konnte in den letzten Jahrzehnten stets stabiles Wirtschaftswachstum erzielen. Weitere Wirtschaftsdaten wie niedrige Arbeitslosigkeit, geringe Inflation und Bewertungen der Banken bestätigen das. Dazu gleich mehr.
Generell sind die VAE nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch sehr stabil. Dubai, Abu Dhabi und Fujairah zählen zu den sichersten Städten der Welt und Kriminalität im Alltag ist kaum existent.
3. Steuervorteile
Die VAE bzw. Dubai bietet für Unternehmen und Unternehmer ausgesprochen attraktive Steuervorteile.
Grundsätzlich gilt auf privater Ebene, dass keine Steuern auf Gehälter, Dividenden, Kapitalerträge (inkl. Kryptogewinne) sowie Mieteinnahmen anfallen. Somit ist man als Privatperson weitgehend steuerbefreit.
Das Unternehmen selbst in Dubai zahlt grundsätzlich bis 3.000.000 AED Umsatz (700.000 €) keine Körperschaftssteuer, da es noch den Small Business Relief gibt. Unternehmen über dieser Umsatzgrenze zahlen 9 % Körperschaftssteuer auf Unternehmensgewinne. Dabei gibt es aber noch einen Freibetrag von rund 375.000 AED (knapp 85.000 €), welcher nicht versteuert werden muss. Kombiniert mit einem Gehalt können da schon mehrere hunderttausend Euro steuerfrei ausbezahlt werden.
In Freezones gibt es teilweise nach wie vor gewisse Aktivitäten, die vollkommen steuerbefreit sind. Die sogenannten Qualified Activities. Darunter fallen unter anderem Schifffahrt, Logistik, herstellendes Gewerbe / Produktion und Rohstoffhandel.
Ein wichtiger Punkt ist auch die Umsatzsteuer, also die VAT. Diese fällt dann an und muss registriert werden, wenn man mehr als 375.000 AED Umsatz mit Unternehmen in Dubai erbringt (sowohl innerhalb von Freezones als auch Mainland) und beträgt 5 %. Für die meisten international ausgerichteten Unternehmen ist das aber nicht relevant, da die Kunden weltweit verteilt sind. Hier gibt es aber vor allem bei (digitalen) Produkten, die in die EU verkauft werden, einige Dinge zu beachten. (Stichwort VAT OSS bzw. MOSS)
4. Banken
Dubai bzw. die VAE bieten ein großartiges Bankenumfeld, was nicht in jedem steuerfreien Land der Fall ist. Die Großbanken sind teils staatlich gestützt und bieten stabiles, sicheres und komfortables Banking, sowohl privat als auch für Unternehmen. Banken in Dubai wie FAB, Mashreq oder ADCB sind sehr zu empfehlen. Aber auch zahlreiche internationale Großbanken haben sich in den VAE niedergelassen. Darunter HSBC, Citibank und weitere Big Player.
Für Unternehmer ist das ein entscheidender Faktor, denn ohne Bank steht jedes Unternehmen. Vor allem in Dubai gibt es zahlreiche Banken, die Unternehmen in jeder Situation unterstützen können. Angefangen vom Start-up über den Mittelstand bis hin zum internationalen Konzern.

Aufgrund der Steuervorteile, einer schnellen Gründung und guter Infrastruktur sind Firmen in Dubai definitiv eines der gefragtesten Setups im Bereich Offshore-Firmen. Andere Destinationen für Auswanderer wie beispielsweise Zypern oder Georgien bieten nicht im Ansatz dieselben Standards im Banking wie die VAE.
Die Banken in Dubai bieten durch Kreditkarten auch zahlreiche Lifestyle Benefits. Neben der American Express Platinum MENA kann man auch Karten wie die Marriott Bonvoy World Elite Mastercard oder Skywards Infinite Credit Card erhalten. Beide Karten bieten im Bereich der Hotels von Marriott und Fluglinie Emirates signifikante Vorteile.
Zudem bieten Mashreq, FAB und andere Banken aktuell nach wie vor Zinssätze auf den Sparkonten von rund 5 % p.a.
5. Aufenthaltsvisum
Einer der wichtigsten Faktoren, der für die Gründung einer Firma in Dubai spricht, ist die Möglichkeit, das Aufenthaltsvisum für die VAE zu bekommen. Denn man kann nur nach Dubai auswandern, wenn man ein gültiges Aufenthaltsvisum hat. Dieses bekommt man in der Regel durch Anstellung. Durch die Anstellung in der eigenen Firma erhält man das VISA. Viele Investoren, Trader oder sonstige HNWIs nutzen die Firma tatsächlich nur für diesen Zweck und betreiben kein tatsächliches Geschäft. Das ist auch nicht notwendig.
Zudem muss auch nachweislich kein Gehalt ausgeschüttet werden. Solange die Firma steht und jährlich die Gebühren für die Lizenzen gezahlt werden und man einen Jahresabschluss (auch bei 0 AED Umsatz) einreicht, bleibt die Firma und das Visum bestehen. Dazu später mehr.
Voraussetzungen
Grundsätzlich gibt es keine rechtlichen Voraussetzungen für eine Firmengründung in Dubai. Die meisten Lizenzen sind frei, also unreguliert. Nur manche Lizenzen für spezialisierte Tätigkeiten (Ärzte, Anwälte, Piloten etc.) brauchen eine Lizenzfreigabe von der Behörde. Dazu später mehr.
Ansonsten kann jeder, der zumindest keine schwerwiegende rechtliche Vorbelastung in den VAE hat, eine Firma in Dubai gründen.
Was du konkret einreichen musst, ist überschaubar:
- Reisepass als Farbscan, alle Seiten, mit mindestens sechs Monaten Restlaufzeit
- Passfoto vor weißem Hintergrund
- Aktuelle Wohnanschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse
- Bei einer Mainland-Firma zusätzlich Ejari und das Pre-Approval der DED
- Für die Kontoeröffnung: Lebenslauf, ein Nachweis über die Herkunft der Mittel sowie Verträge oder Rechnungen bestehender Kunden
Kein Mindestkapital, keine Bonitätsprüfung, kein lokaler Partner. Zeitlich sieht der Weg so aus:
| Schritt | Dauer |
|---|---|
| FirmengründungLizenz, Gründungsdokumente, Büroanschrift | 3 – 5 Werktage |
| E-Visa | 1 – 3 Tage |
| Medical Test, Biometrie & Emirates IDvor Ort in Dubai | 3 – 4 Tage |
| Kontoeröffnungnach Erhalt der Emirates ID | wenige Werktage bis 2 Wochen |
| Gesamt, bis Firma, Visum und Konto stehen | 4 – 6 Wochen |
Persönlich anwesend sein musst du dabei genau einmal, nämlich für Medical Test und Biometrie. Alles davor und danach läuft aus der Ferne.
Grundlegendes zu Firmen in Dubai
Generell gibt es ein paar Dinge, die man verstehen muss, bevor man ein Unternehmen in Dubai gründen kann. Hier sind die wichtigsten Aspekte einer Firmengründung in Dubai, die man unbedingt berücksichtigen muss.
Rechtsform
Bevor man gründet, muss man sich entscheiden, ob man in einer Freihandelszone, Mainland oder Offshore tätig sein möchte. Je nach Anforderungen haben die verschiedenen Optionen individuelle Vor- und Nachteile. Bei gewissen Geschäftsaktivitäten ist es zudem vorgeschrieben, eine gewisse Rechtsform zu wählen.
Freezone (FZCO / FZ-LLC)
Wenn ein Unternehmen zu 100 % im eigenen Besitz sein soll, macht die Gründung einer Firma in einer Dubai Freezone am meisten Sinn. Das Konzept der Freihandelszonen wurde von der Regierung Dubais eingeführt, um ausländisches Interesse an der Ansiedlung von Unternehmen in der Stadt zu wecken. Im Wesentlichen handelt es sich um Sonderwirtschaftszonen, in denen Unternehmerinnen und Unternehmer in den Genuss der vollen Eigentumsrechte, einer Körperschaftssteuer von 0–9 % (9 % erst für Unternehmen ab einem Umsatz von 3.000.000 AED) und einer persönlichen Einkommenssteuer von 0 % kommen.
Eine der wichtigsten Einschränkungen beim Betrieb eines Unternehmens in einer Freihandelszone ist jedoch, dass man keinen direkten Handel mit dem lokalen Markt der VAE betreiben darf. Es gibt jedoch Ausnahmen für gewisse Dienstleistungen.

Derzeit gibt es über 20 Freihandelszonen in Dubai. In der Regel ist jede Freihandelszone auf eine bestimmte Branche ausgerichtet und bietet Unternehmen innerhalb dieser Kategorien Lizenzen an. Hier sind einige Beispiele:
- RAKEZ
- Meydan
- DIEZ (Dubai Integrated Economic Zone) – darunter Dubai Silicon Oasis (bekannt von Firmengründung durch IFZA)
- JAFZA (Jebel Ali Freezone)
- Dubai International Finance Center (DIFC)
- Dubai Internet City (DIC)
Je nachdem, welche Geschäftstätigkeit man ausüben möchte, muss die richtige Freezone und passende Lizenzen sowie Aktivitäten gewählt werden. Dazu später mehr.
Mainland (LLC)
Die LLC ist eine der häufigsten Rechtsformen und bietet eine ausgewogene Mischung aus Flexibilität und begrenzter Haftung. Diese Option eignet sich besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, die in Dubai geschäftlich (v.a. Verkauf von Produkten) aktiv sind und hier auch Kunden haben.
Mainland Firmen genießen in der Regel höheres Ansehen, bekommen leichter Bankkonten und dürfen überall (geografisch) geschäftlich aktiv sein. Zudem gibt es mehr Lizenzen als für Freezone Unternehmen.
Die Option ist jedoch entscheidend teurer, da man ein Büro anmieten muss. Die günstigsten „Compliance Büros" beginnen bei 2.000 € pro Jahr.
Firmengründung in Dubai – die zwei Wege im direkten Vergleich.
| Kriterium | MainlandDET-Lizenz | FreezoneZonen-Behörde |
|---|---|---|
| Eigentum & Marktzugang | ||
| Ausländisches Eigentum | 100%¹ | 100% |
| UAE-Marktzugang | Uneingeschränkt im gesamten UAE-Markt | Nur via Distributor, Branch oder Dual-License² |
| Regierungsaufträge | Ja | Nein |
| Zoll | Normale UAE-Zollregeln | Zollfrei innerhalb der Zone |
| Steuern | ||
| Körperschaftsteuer | 9% ab AED 375.000 Gewinn | 0% auf Qualifying Income³ |
| VAT (Mehrwertsteuer) | 5% ab AED 375.000 Umsatz | 5% ab AED 375.000 Umsatz |
| Betrieb | ||
| Büro-Anforderung | Physisches Büro (Ejari) Pflicht | Flexi-Desk / virtuell möglich |
| Visa-Kontingent | Skaliert mit Bürofläche (unbegrenzt) | Feste Pakete (meist 1–6) |
| Aktivitäten | Sehr breit – inkl. Retail, F&B, Klinik | Zonen-/sektorspezifisch, kein Retail |
| Setup-Dauer | Länger (mehr Genehmigungen) | Schnell (5–14 Tage) |
| Setup-Kosten | Tendenziell höher | Günstiger, gebündelte Pakete |
| Ideal für | ||
| Fazit | Lokaler UAE-Markt, Retail/F&B, Regierungsaufträge & große Teams | Export & internationale Services, Online-Business, Holding, kostenbewusst |
Offshore
Offshore-Unternehmen können auch in einer Freezone registriert werden und genießen viele der gleichen Vorteile. Es ist jedoch kein Ersatz für ein Unternehmen in einer Freezone. Der Hauptunterschied zwischen einem Unternehmen in einer Freezone und einem Offshore-Unternehmen ist der Geschäftsbetrieb. Offshore-Unternehmen dürfen ihre Geschäftstätigkeit außerhalb der VAE ausüben und nicht innerhalb. Außerdem müssen sie vor der Gründung kein Mindestkapital hinterlegen.
Auch eine Offshore-Gesellschaft gehört zu 100 % dir, sie trägt aber kein Residence Visa und darf innerhalb der VAE keine Geschäfte machen.
Die drei Wege im direkten Vergleich:
| Kriterium | Freezone | Mainland | Offshore |
|---|---|---|---|
| Eigentum | 100 % | 100 %seit 2021 für die meisten Aktivitäten | 100 % |
| Verkauf am lokalen VAE-Markt | nur über Distributor oder Zweigstelle | uneingeschränkt | nicht erlaubt |
| Residence Visa | jaAnzahl je nach Paket | jaAnzahl hängt an der Bürofläche | nein |
| Büro | Flexi-Desk genügt | angemietete Fläche mit Ejari | keines |
| Corporate Tax | 0 % auf Qualifying Incomesonst 9 % über 375.000 AED | 9 % über 375.000 AED Gewinn | 9 %sofern in den VAE steuerpflichtig |
| Kosten über Agentur | 6.500 €inkl. 1 Visum | ab 10.500 €inkl. 1 Visum, zzgl. Bürofläche | ca. 2.500 € |
| Typisch für | Beratung, Software, Onlinehandel, Holding | Ladengeschäft, Gastronomie, Bau, Handel vor Ort | reines Halten von Vermögen |
Richtwerte, Stand 2026. Beim Mainland kommen Bürofläche mit Ejari und je nach Aktivität weitere Genehmigungen dazu, daher die 13.000 – 15.000 € weiter unten im Kostenteil. Den ausführlichen Vergleich mit allen Kriterien findest du im Artikel Mainland oder Freezone.
Lizenzen und Aktivitäten
Neben der Entscheidung für ein Gebiet muss man auch die Art der benötigten Lizenz bestimmen. Das Department of Economic Development (DED) ist für die Erteilung von Lizenzen zuständig und es gibt 3 Haupttypen, die man beantragen kann. Diese können auch miteinander kombiniert werden und man ist nicht auf einen Lizenztyp eingeschränkt. Unterschiedliche Kombinationen sind je nach Freezone möglich, erhöhen aber auch meist die Kosten für die Gründung etwas.
Zudem sollte man nicht zu viele Lizenzen bzw. Aktivitäten miteinander kombinieren, da es vor allem bei Banken zu Problemen kommen kann, wenn eine Firma keine klare Ausrichtung hat und versucht, alles anzubieten. Dazu gleich mehr.
Commercial Licence
Um in Dubai ein Unternehmen zu gründen, das Handelstätigkeiten oder den Kauf und Verkauf von Waren umfasst, braucht man eine Handelslizenz. Diese Lizenz kann für Unternehmen aus den Bereichen Import und Export, Verkauf, Logistik, Reisen und Tourismus, allgemeine Geschäfte und Immobilien gelten.
Industrial Licence
Diese Lizenzart wird für Unternehmen ausgestellt, die natürliche Materialien und Ressourcen in Endprodukte umwandeln – manuell oder maschinell. Diese Lizenz gilt für Unternehmen wie die Textil-, Metall- und Papierherstellung.
Professional Licence
Der Gewerbeschein wird an Unternehmen vergeben, die als Dienstleister, Handwerker oder Kunsthandwerker tätig sind. Beispiele für Unternehmen, die diese Art von Lizenz beantragen, sind medizinische Dienste, Schönheitssalons und Reparaturdienste.
Offshore Unternehmen werden in der Praxis jedoch kaum mehr gegründet. Das liegt daran, dass sie kein Visum trägt und die Kontoeröffnung sich in der Praxis als durchaus schwierig gestaltet. Wer internationale Geschäfte betreibt, greift in der Regel immer zur Freezone Firma.
Firma in Dubai gründen: Ablauf
Der Ablauf einer Firmengründung in Dubai unterscheidet sich klar davon, ob man eine Firma in einer Freihandelszone (Freezone Firma) oder eine Firma am Mainland gründet. Ersteres ist wie eingangs schon erwähnt schneller, einfacher und kostengünstiger. Aber eben nicht immer passend für das eigene Vorhaben.
Nachfolgend beide Gründungsvarianten im Kurzüberblick.
Denselben Ablauf mit Bearbeitungszeiten je Schritt und den aktuellen Paketpreisen findest du auf der Leistungsseite Firmengründung Dubai.
Freezone Firmengründung
Die Gründung einer Freezone Firma in Dubai umfasst folgende essenzielle Schritte.
1. Geschäftstätigkeit festlegen
Die Entscheidung vorab ist, den Unternehmensgegenstand bzw. die Geschäftstätigkeit festzulegen. Dadurch entscheidet sich auch die Wahl bzw. Auswahl der Freezone und entsprechend auch der Lizenzen. Beides entscheidende Aspekte, wenn es um die rechtskonforme Ausübung der Tätigkeit geht. Dazu gleich mehr.
2. Wahl der Freezone
Wie bereits erwähnt gibt es in Dubai über 20 Freezones, aus denen man wählen kann. Die Art des Unternehmens kann einen Einfluss darauf haben, in welcher Freezone man sich niederlassen möchte oder muss. In der Regel ist es sinnvoll, sich in der Nähe von Unternehmen aus der gleichen Branche niederzulassen.
Die Wahl der Freezone ist neben der Lizenzwahl einer der wichtigsten Faktoren, denn diese unterscheiden sich teilweise signifikant in verschiedenen Aspekten, die für das Unternehmen relevant sind. Darunter fallen unter anderem Punkte wie:
- Auswahl der Lizenzen
- Lizenzkosten
- Infrastruktur (Büros, Lagerräume etc.)
- Lage und Anbindung
Wer die falsche Freezone wählt, der kann später nicht einfach wechseln. Es wäre eine Schließung und Neugründung notwendig, was sehr kostenintensiv ist. Entsprechend sollte man sich umfangreich vorab informieren oder professionell beraten lassen.
3. Gründung
Anschließend erfolgt die Gründung des Unternehmens. Dafür müssen alle notwendigen Informationen bei der entsprechenden Freihandelszone eingereicht werden. Nachfolgend die wichtigsten im Überblick:
- Unternehmensname – Bei der Wahl deines Unternehmensnamens ist es wichtig, dass er den strengen Namenskonventionen der VAE entspricht. Namen, die beleidigende Ausdrücke enthalten, als religiös anstößig empfunden werden könnten oder sich auf politische Gruppen beziehen, sind verboten. Wenn man ein Unternehmen nach einer Person benennt, muss man nachweisen, dass diese Person ein Partner oder Eigentümer des Unternehmens ist (Initialen oder Abkürzungen sind nicht erlaubt). Ein Experte hilft, die Bestimmungen einzuhalten und den Namen genehmigen zu lassen.
- Lizenzen – Es ist essenziell, die richtige Freezone und auch die Lizenzen bzw. Activities für die gewünschte unternehmerische Tätigkeit zu wählen. Sollte es dabei Probleme geben, kann es zu Strafen kommen oder noch schlimmer: Das Unternehmen muss schließen und neu gründen. Es gilt, eine primäre Aktivität anzugeben. Sollte die Lizenz reguliert sein, ist eine Genehmigung von der Behörde einzuholen (z. B. selbstständige Influencer oder Influencer Agenturen). Eine Kombination aus zu vielen Lizenzen und Aktivitäten verursacht nicht nur höhere Gründungskosten, sondern kann auch dazu führen, dass Banken das Unternehmen bei der Kontoeröffnung ablehnen, weil kein klares Geschäftsmodell erkennbar ist.
- Visumauswahl – Hierbei ist es entscheidend, nicht nur die Anzahl der Visa, sondern auch die Art der Visa anzugeben. Jedes Visum kostet eine Gebühr; man sollte sich im Vorhinein im Klaren sein, wie viele VISA man benötigt. Zudem ist entscheidend, welches VISA man benötigt (Employment, Investor…). Auch das entscheidet über die Kosten, aber auch weitere Faktoren wie Einreisebestimmungen. (Ein Investor muss nur einmal pro Jahr einreisen, normale Angestellte mindestens 2x pro Jahr.)
- Gesellschaftsstruktur – Wie bei jeder anderen Firma auch muss hier die Gesellschaftsstruktur definiert werden. Dazu gehören Eigentümer (Private vs. Corporate) sowie General Manager, Director und Secretary.
- Reisepass – Ein gültiger Reisepass ist selbstverständlich auch notwendig, wenn es um die Gründung geht. Dieser muss als Fotokopie bei der Gründung eingereicht werden.
Nachdem diese Daten bzw. Dokumente eingereicht worden sind, dauert die Bestätigung seitens der Behörde und die offizielle Eintragung meist eine Woche.

Im Vergleich zu GmbHs in Österreich oder Deutschland muss kein Stammkapital eingezahlt werden. Es muss zwar bei der Gründung ein Betrag angegeben werden, dieser muss jedoch weder einbezahlt noch nachgewiesen werden. Somit sind die Gründungskosten für die Firma selbst meist weitaus geringer als im Vergleich zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
4. Einreisevisum
Wenn man die Firma gegründet hat, ist man (meist) als Geschäftsführer, hier General Manager genannt, angestellt. Durch diese Anstellung erhält man ein Einreisevisum via Employment. Dieses ist unbedingt notwendig, wenn man in die UAE einreisen möchte. Ein Touristenvisum genügt für den nachfolgenden Schritt nicht. Größtenteils wird das Visum via Employment innerhalb von einer Woche nach Antrag ausgestellt.
5. Emirates ID
Der nächste entscheidende Schritt ist die Beantragung der Emirates ID, das Schlüsseldokument, um vollumfänglich in den VAE geschäftsfähig zu sein. Die Emirates ID ist ein Ausweisdokument, welches alle wirtschaftlichen Tätigkeiten in den VAE ermöglicht. Darunter gehören allen voran:
- Eröffnung eines Kontos (Privat und Business)
- Miete / Kauf von Immobilien
- Telefon- und Internetvertrag
- uvm.
Mit der Emirates ID erhält man außerdem ein Dokument, welches gleichzeitig das Visum für den Aufenthalt in Dubai ist. Dabei gibt es verschiedene Arten, mit normaler Anstellung gilt das Visum in Dubai aber 2 Jahre.
Wie bekommt man die Emirates ID?
Nachfolgende Schritte sind notwendig, um zur Emirates ID zu kommen:
- Einreise via Employment VISA
- Medical Test
- Antrag auf EID bei der Behörde vor Ort
- Biometrie
Nach wenigen Tagen erhält man dann die Emirates ID per Post zugestellt. Wer mit Familie bzw. Kindern nach Dubai auswandert, benötigt diese, um Frau und Kinder zu sponsern.
6. Bankkonto
Sobald nun die Firma gegründet ist und man die Emirates-ID hat, kann man entsprechend ein Bankkonto in Dubai eröffnen. Hierfür gibt es ein großes Angebot an lokalen und internationalen Banken, aus denen man wählen kann. Zudem gibt es auch FinTechs, welche für kleinere Unternehmen interessant sind.

7. Fortlaufende Führung
Ab 2023 gibt es fortlaufend in Dubai für Unternehmen die Pflicht, sich im Steuersystem zu registrieren. Das bedeutet auch Führung von Buchhaltung und potenzielle Entrichtung von Abgaben. Über den Freibetrag von 100.000 USD Gewinn gilt es, 9 % Körperschaftssteuer zu zahlen. (Ausnahme wie oben erwähnt: Kleinunternehmer mit weniger als 3.000.000 AED Jahresumsatz)
Die Registrierung für das Unternehmen (Corporate Tax Registration) bei der FTA ist gesetzlich innerhalb von 3 Monaten verpflichtend, auch wenn man keinen Umsatz macht. Dazu kommt, dass man quartalsmäßig auch die Umsatzsteuer abführen muss, sofern diese anfällt. Falls diese nicht anfällt, kann man um eine VAT-Befreiung anfragen.
Einmal im Jahr muss die Steuererklärung gemacht bzw. der Jahresabschluss erstellt und eingereicht werden. Sollte kein Umsatz entstanden sein, weil man die Firma lediglich für das Aufenthaltsvisum nutzt, dann ist man dennoch verpflichtet, einen Simplified Report einzureichen.
Mainland Firmengründung
Die Gründung einer Mainland Firma in Dubai ist etwas anders und in der Regel aufwendiger sowie kostenintensiver. Für gewisse Vorhaben ist es aber notwendig, diese Rechtsform zu wählen. Grundsätzlich gilt: Wer vor Ort in Dubai tätig ist und Geschäft betreibt, der muss eine Mainland Firma gründen.
1. Geschäftstätigkeit / Lizenz wählen
Der erste Schritt ist ähnlich wie bei der Freezone Firma, man muss eine Lizenz wählen. Die Auswahl der Lizenzen bzw. Geschäftstätigkeiten ist jedoch anders bzw. umfangreicher. Die komplette Liste findet man beim Dubai Economic Department.
Wie schon zu Beginn erklärt sind hier alle Lizenzen für lokale Geschäftstätigkeiten enthalten, welche für Freezones eben nicht zulässig sind. Zudem sollte man wissen, dass gewisse Aktivitäten, vor allem im Infrastrukturbereich, einen lokalen Sponsor benötigen. Dazu zählen unter anderem Telekommunikation und Energieversorgung.
2. Namen auswählen
Als Nächstes muss man einen passenden Namen auswählen, der auch den Vorschriften der DED entspricht. In der Praxis wird an den Namen dann die Rechtsform LLC hinzugefügt. Zum Beispiel MBD Consulting LLC.
3. Erstbestätigung anfragen
Mit dem Namen und dem Unternehmenszweck bzw. der auszuführenden Lizenz kann man die Unterlagen einreichen und auf die Erstbestätigung ansuchen. Sobald diese durch ist und die Regierung das Unternehmen genehmigt, geht es weiter.
4. MOA
Anschließend geht es darum, für die Firma ein Memorandum of Association, kurz MOA, zu formulieren. Dieses rechtliche Dokument regelt die Verteilung der Inhaber bzw. Anteile, Kapital und Rechte untereinander. Anschließend muss dieses von einem lokalen Notar beglaubigt werden.
5. Büro
Anschließend gilt es, ein physisches Büro zu mieten. Dieser Schritt ist entscheidend und auch ein grundlegender Unterschied zu Freezone Unternehmen. Denn eine Freezone Firma kann auch mit einem virtuellen Büro existieren. Das Büro muss physisch und abschließbar sein. Ein Schreibtisch in einem Coworking Space ist nicht ausreichend. Die günstigsten Varianten kosten im Jahr umgerechnet 2.000–3.000 EUR. Auf das Büro wird letztendlich das EJARI Zertifikat vom Dubai Land Department ausgestellt, dieses bestätigt die Miete und legitimiert das Unternehmen.

6. Einreichung aller Dokumente
Sobald man den Mietvertrag bzw. die Ejari Bestätigung hat, kann man diese samt dem MOA und der angesuchten Lizenz mit dem Pre Approval aus Schritt 3 einreichen. Hier ist auch die Zahlung der Lizenzen und weiteren Gebühren fällig.
Alle weiteren Schritte hinsichtlich Emirates ID samt VISA, Kontoeröffnung und fortlaufender Compliance sind gleich wie bei der Freezone Firma.
Kosten für die Firmengründung
Die Kosten für das gesamte Setup variieren stark und hängen von den oben genannten Faktoren wie Lizenzen, Freezone und Firmenstruktur ab. Grundsätzlich kann man jedoch pauschal sagen, dass eine Freezone Firmengründung in Dubai (inkl. 1 VISA) mit professioneller Umsetzung und Betreuung in der Regel 6.500 € kostet. Die jährlichen Kosten belaufen sich dann auf ungefähr 5.000 € für eine Firma mit einem Visum.
Für Mainland Firmen kann man 13.000 – 15.000 € rechnen, abhängig von den Lizenzen und der Anzahl der VISA, welche die Firma tragen sollte. Die jährlichen Kosten sind hier auch höher als in einer Freihandelszone und betragen 7.000 – 8.000 €.
Je mehr Visa die Firma trägt bzw. sponsert, desto teurer ist die Gründung und auch die jährliche Erneuerung. In der Regel entstehen pro Jahr pro VISA rund 1.000 € Mehrkosten für die Firma.
Hier die Kosten für die Firmengründung in einer Freezone (samt Visum) im Überblick:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Firmengründung | 4.000 € |
| Büroadresse | 0 € (Virtual Office) |
| 1x Residence Visa | 1.000 € |
| Medical Check | 200 € |
| Biometrie | 250 € |
| Emirates ID | 100 € |
| Service durch Agentur | ca. 1.000 € |
| Gesamt | ca. 6.500 € |
Die fortlaufenden Kosten sind wie folgt aufgeschlüsselt:
| Position | Kosten |
|---|---|
| Firma (Lizenz & Establishment Card) | 4.000 € (17.100 AED) / Jahr |
| Buchhaltung, Umsatzsteuer und Jahresabschluss | ab 1.500 € (6.000 AED) / Jahr (je nach Umsatz & Volumen) |
| Residence Visa Renewal | 800 € (3.750 AED) alle zwei Jahre |
| Medical Check & Emirates ID | 300 € (1.200 AED) alle zwei Jahre |
Die aktuellen Pakete und Preise für Freezone und Mainland findest du auf der Leistungsseite Firmengründung Dubai.
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Seit 2023 gibt es in den VAE eine Körperschaftsteuer (Corporate Tax, Federal Decree-Law No. 47 of 2022). Sie beträgt 9 % auf den Gewinn oberhalb von 375.000 AED, das sind rund 96.000 €. Alles darunter bleibt bei 0 %, und besteuert wird der Gewinn, nicht der Umsatz.
Für Freezone-Firmen gilt eine Besonderheit: Als Qualifying Freezone Person zahlst du auf dein Qualifying Income weiterhin 0 %. Dafür braucht die Firma ausreichend Substanz in der Zone, einen geprüften Jahresabschluss und die Einhaltung der Verrechnungspreisregeln. Wer die Bedingungen reißt, fällt komplett auf die 9 % zurück.
Zusätzlich greift das Small Business Relief: Bis 3.000.000 AED Umsatz wird die Firma behandelt, als hätte sie keinen steuerpflichtigen Gewinn. Die Erleichterung wurde verlängert und gilt für Steuerperioden, die spätestens am 31. Dezember 2029 enden.
Die VAT (Mehrwertsteuer) beträgt 5 %. Registrieren musst du dich, sobald der steuerbare Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten 375.000 AED überschreitet; freiwillig geht es ab 187.500 AED. Auslandsumsätze sind in der Regel mit 0 % nullsatzbesteuert, was nicht dasselbe ist wie steuerbefreit.
Unabhängig von der Höhe gilt: Jede Firma muss sich bei der Federal Tax Authority für die Corporate Tax registrieren, auch wenn die Erklärung auf null lautet. Wer das versäumt, zahlt 10.000 AED Strafe. Die Steuererklärung ist innerhalb von neun Monaten nach Ende der Steuerperiode fällig, und seit Einführung der Corporate Tax ist eine ordentliche Buchführung Pflicht.
Auf privater Ebene bleibt alles beim Alten: keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, und Dividenden aus der eigenen Firma an dich als in den VAE ansässigen Gesellschafter sind steuerfrei. Den vollständigen Überblick gibt der Ratgeber Steuern in Dubai, die praktische Abwicklung von Registrierung bis E-Invoicing steht im Corporate Tax Guide.
Firma in Dubai gründen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
Die Idee liegt nahe: Firma in Dubai, Wohnsitz bleibt in der Heimat, Rechnungen laufen über die Freezone. Rechtlich lässt sich die Firma so gründen, steuerlich verpufft der Vorteil in aller Regel, denn drei Regelwerke greifen unabhängig voneinander.
Erstens der Ort der Geschäftsleitung: Eine Firma ist dort unbeschränkt steuerpflichtig, wo sie tatsächlich geführt wird, in Deutschland nach § 10 AO, in Österreich nach § 27 BAO, in der Schweiz nach Art. 50 DBG. Wer die Entscheidungen vom Schreibtisch in München, Wien oder Zürich trifft, holt die Dubai-Firma steuerlich ins Inland, egal was im Register der Freezone steht.
Zweitens die Betriebsstätte: Auch ohne Geschäftsleitung im Inland begründet eine feste Einrichtung eine Betriebsstätte (§ 12 AO), und das Arbeitszimmer zu Hause reicht dafür regelmäßig aus. Die ihr zurechenbaren Gewinne werden im Inland besteuert.
Drittens die Hinzurechnungsbesteuerung (§§ 7 bis 14 AStG): Passive Einkünfte einer niedrig besteuerten Auslandsgesellschaft werden dem deutschen Gesellschafter direkt zugerechnet, auch ohne Ausschüttung. Als niedrig besteuert gilt seit 2024 alles unter 15 %, und Dubai liegt mit 0 bis 9 % darunter. Österreich kennt mit § 10a KStG eine vergleichbare Regel.
Was tatsächlich funktioniert, ist der Wohnsitzwechsel: Lebensmittelpunkt nach Dubai verlegen, im Heimatland abmelden, keine dauerhaft verfügbare Wohnung behalten und die Firma auch von Dubai aus führen. Zum Abschied gehören dann je nach Land Wegzugssteuer, Entstrickung und Funktionsverlagerung, im Detail erklärt im Abschnitt Wegzugsbesteuerung des Auswanderungs-Ratgebers. Sinnvoll bleibt die Firma trotz Heimat-Wohnsitz nur in Sonderfällen, etwa als Holding oder mit echter Substanz vor Ort, und das gehört vor der Gründung zum Steuerberater, nicht danach.
FAQ
Nachfolgend ein Überblick zu den am häufigsten gestellten Fragen, wenn es um das Thema Firmengründung in Dubai geht.
Firma in Dubai gründen mit Wohnsitz in Deutschland – Geht das?
Theoretisch geht das natürlich. Jeder kann in Dubai eine Firma gründen, ungeachtet des Wohnsitzes. Wer jedoch in Deutschland wohnt und die Firma von Deutschland aus leitet, der muss auch in Deutschland Steuern dafür zahlen. Das liegt daran, dass der effektive Ort der Geschäftsleitung (Place of Effective Management) entscheidend für den Steuersitz ist und nicht der Ort der Gründung oder Registrierung. Wer es jedoch schafft, in Dubai ein Büro zu mieten und einen Geschäftsführer vor Ort einzustellen, kann auch in Deutschland als Eigentümer wohnen und die Firma ist steuerlich in Dubai ansässig, da diese dort auch geleitet wird.
Firma in Dubai gründen ohne Wohnsitz – Geht das?
Mittlerweile sind die Compliance Anforderungen für eine Firmengründung in Dubai gestiegen und man muss definitiv einen Wohnsitz nachweisen können. Hierfür reicht eine Verbrauchsabrechnung mit Namen und Adresse oder ein Bankstatement mit selbigen Informationen. Wer als digitaler Nomade unterwegs ist, benötigt entsprechend einen sogenannten Compliance Wohnsitz, falls kein echter besteht. Beliebt hierfür ist beispielsweise Paraguay. Ob man tatsächlich dort wohnt, wird nicht überprüft bzw. kann nicht überprüft werden.
Muss ich für eine Firmengründung einreisen?
Freezone Firmen in Dubai können komplett remote gegründet werden. Für den VISA-Prozess und die Kontoeröffnung muss man jedoch einreisen. Aktuell gibt es nur eine Bank in Dubai, die eine Remote-Kontoeröffnung ermöglicht, und das ist die ENBD. Jedoch muss man zumindest vorher einmal in Dubai gewesen sein.
Welche Firma soll ich in Dubai gründen?
Das hängt primär von der Geschäftstätigkeit und dem Ort der Ausübung für die Tätigkeit ab. Wer in Dubai bzw. den VAE ein physisches Unternehmen aufbauen möchte, der benötigt in der Regel eine Mainland Firma. Für internationale Geschäfte reicht definitiv eine Freezone Firma. Zweiteres ist wesentlich beliebter und günstiger.
Was kostet eine Firmengründung in Dubai?
In der Freezone inklusive einem Residence Visa und kompletter Abwicklung rund 6.500 €, die jährliche Verlängerung liegt bei ungefähr 5.000 €. Mainland-Firmen starten inklusive Visum bei rund 10.500 €; mit Bürofläche und Ejari sind realistisch 13.000 – 15.000 €. Die Aufschlüsselung steht oben im Kostenteil.
Wie viel Steuern zahlt eine Firma in Dubai?
Bis 375.000 AED Gewinn 0 %, darüber 9 % Corporate Tax. Eine Freezone-Firma zahlt auf ihr Qualifying Income weiterhin 0 %, sofern Substanz und geprüfter Jahresabschluss stimmen, und bis 3.000.000 AED Umsatz greift das Small Business Relief. Dazu kommen 5 % VAT auf die meisten Inlandsumsätze. Details im Abschnitt Steuern.
Wie lange dauert eine Firmengründung in Dubai?
Die Gründung selbst dauert drei bis fünf Werktage. Bis auch Residence Visa, Emirates ID und Bankkonto stehen, vergehen in der Regel vier bis sechs Wochen. Persönlich einreisen musst du dafür nur einmal, für Medical Test und Biometrie.
Welches Business lohnt sich in Dubai?
Am stärksten profitieren ortsunabhängige Dienstleister: Beratung, Software und IT, E-Commerce, Marketing und Agenturen, dazu Holdings und Trader. Sie kommen mit einer günstigen Freezone-Lizenz aus und verkaufen weltweit. Wer vor Ort verkauft, etwa Gastronomie, Ladengeschäft oder Bau, braucht die teurere Mainland-Lizenz, bekommt dafür aber den gesamten VAE-Markt.
Die größten Fehler bei der Firmengründung in Dubai
Hier noch ein Überblick der größten Fehler, die bei der Firmengründung in Dubai auftreten können und die es unbedingt zu vermeiden gilt.
Falsche Freezone Wahl
Die Wahl der Freezone ist entscheidend für zahlreiche Aspekte, wenn es um die Führung einer Firma in Dubai geht. Wer die falsche Freezone wählt, bekommt im schlimmsten Fall nicht die richtigen Lizenzen, kann nicht auf eine anständige Infrastruktur oder Support zurückgreifen und ist im schlimmsten Fall nicht geschäftsfähig.
Auch Banken achten darauf, in welcher Freezone man gründet, und das kann ein Grund für Ablehnung sein.
Keine Corporate Tax Registrierung
Da viele eine Firma in Dubai nur wegen der Corporate Tax gründen, wird oft die Corporate Tax Registrierung vergessen. Diese ist aber notwendig, auch wenn man keine Aktivitäten mit der Firma ausübt bzw. diese keinen Umsatz macht. Binnen 90 Tagen nach Gründung muss die Corporate Tax zwingend registriert werden.
Darüber hinaus sollte man auch ein Steuerbüro für Buchhaltung und Jahresabschluss in Dubai engagieren, denn jede Firma in den VAE muss bis Ende September des Folgejahres einen Jahresabschluss einreichen.
Fehlende Genehmigungen
Neben der richtigen Auswahl der Lizenzen kann es auch zu Problemen kommen, wenn man nicht die richtigen Zusatzlizenzen bzw. Genehmigungen seitens diverser Behörden bekommt. Dies ist notwendig bei gewissen Aktivitäten wie Social Media Content Creation (Stichwort Influencer Lizenz), streng regulierten Handelsaktivitäten oder Dienstleistungen in der Freezone bzw. in Dubai.
Kontoeröffnung ohne richtige Unterlagen
Ohne ein Konto ist die Firma de facto nicht geschäftsfähig. Umso wichtiger ist es, dass man sich auf die Kontoeröffnung vorbereitet und die richtigen Unterlagen mitbringt. Neben den Gründungsunterlagen benötigt die Bank auch weitere Informationen über Ausbildung, Online-Präsenz und LinkedIn. Wer keine oder falsche Angaben tätigt, kann abgelehnt werden.
Firmengründung ohne Auswanderung
Die häufigste Frage bei einer Firmengründung in Dubai betrifft die steuerliche Situation für Personen, die ihren Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz behalten möchten. Hier gilt es, einige wichtige rechtliche Grundsätze zu kennen:
Deutschland: Das deutsche Steuerrecht kennt das Welteinkommensprinzip – wer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist (d.h. seinen Wohnsitz dort hat), muss sein weltweites Einkommen in Deutschland versteuern. Zudem greift bei einer Dubai-Firma das Außensteuergesetz (AStG): Sofern die Gesellschaft keine ausreichende „wirtschaftliche Substanz" in Dubai nachweisen kann (eigene Mitarbeiter, physisches Büro, tatsächliche Geschäftsleitung vor Ort), droht die sogenannte Hinzurechnungsbesteuerung – die Gewinne der Dubai-Firma werden dem deutschen Gesellschafter direkt zugerechnet und in Deutschland versteuert. Entscheidend ist dabei nicht der Firmensitz, sondern der Effective Place of Management – also wo tatsächlich Entscheidungen getroffen werden. Wer die Dubai-Firma vom Sofa in München aus leitet, hat steuerlich keine Vorteile. Eine Beratung durch einen auf internationale Steuergestaltung spezialisierten Steuerberater ist hier unbedingt empfohlen, bevor man gründet.
Österreich: Es gelten ähnliche Regelungen wie in Deutschland. Auch hier ist die tatsächliche wirtschaftliche Substanz der Firma in Dubai entscheidend. Wer seinen Wohnsitz behält, aber keine echte Geschäftstätigkeit in Dubai nachweisen kann, riskiert, dass die österreichischen Behörden die Firma als inländische Betriebsstätte einstufen.
Eine Dubai-Firma entfaltet ihre steuerlichen Vorteile nur dann vollständig, wenn der Unternehmer selbst seinen Wohnsitz in die VAE verlegt oder einen Geschäftsführer vor Ort bestellt.
Zusammenfassung
Firmengründungen in Dubai werden immer beliebter. Die Vorteile liegen vor allem im Erhalt des Aufenthaltsvisums sowie den niedrigen Steuern und der großartigen Infrastruktur für Unternehmer in Dubai. Je nach Geschäftstätigkeit und Ort der Ausübung muss man sich zwischen der Gründung in einer Freezone oder Mainland entscheiden. Letzteres ist zwar teurer, aber meist notwendig, wenn man ein physisches Unternehmen in Dubai aufbaut.
Die Gründung einer Firma in Dubai ist genauso wie in anderen Ländern ein Prozess, der gut überlegt sein sollte. Wenn man jedoch ein klares Ziel hat, weiß, was man möchte und einen professionellen Ansprechpartner zur Abwicklung vor Ort hat, dauert der Prozess nur wenige Tage. Für eine unverbindliche Erstberatung zur Firmengründung in Dubai kannst du uns gerne kontaktieren.
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