Immer mehr Influencer wandern nach Dubai. Die Sonne, die niedrigen Steuern und die großartige Infrastruktur, um Inhalte zu erstellen, locken Content Creator in die Stadt am Golf.
Doch mittlerweile ist der Markt reguliert und nicht jeder darf Werbung im Internet machen, ohne sich zuvor zu registrieren. Konkret handelt es sich um die Influencer Lizenz bzw. Advertiser Permit, welche einzuholen ist, bevor man als Influencer in Dubai arbeiten darf.
Was ist die Influencer Lizenz in Dubai?
Die Influencer Lizenz bzw. Advertiser Permit, wie sie korrekterweise genannt wird, ist eine behördliche Genehmigung, welche sich Influencer und Content Creator von der New Media Authority einholen müssen, um Inhalte im Internet (YouTube, Instagram) mit werbendem Hintergrund teilen zu dürfen. Sie wird zusätzlich zur Firma beantragt und ist streng genommen auch keine Lizenz wie es bei Firmen der Fall ist, sondern eine zusätzliche Genehmigung zu einer bestehenden Firma mit entsprechenden Lizenzen im Bereich Content Marketing / Socia Media.
Diese gesetzliche Verpflichtung gilt seit wenigen Jahren und ist verpflichtend für all jene die Geld für das Teilen von Inhalten im Internet bekommen. Konkret betroffen sind unter anderem:
- YouTuber
- Streamer
- Blogger
- Instagram Influencer
- Tik Tok Influencer
Wer ist nicht betroffen?
Ausgenommen sind Unternehmen, die Content Marketing betreiben, aber dafür keine Bezahlung von Dritten entgegen nehmen. Das heißt Unternehmen, die ausschließlich für sich selbst und eigene Produkte Werbung machen und somit nicht von Dirtten bezahlt werden, sind ausgeschlossen.
Antrag der Lizenz
Um eine Lizenz zu beantragen, muss man zuerst eine Firma gründen bzw. die Gründung einleiten. Diese Firma ist in den meisten Fällen eine Freezone Firma (da wesentlich schneller in der Gründung und günstiger). Bei der Gründung der Firma müssen die entsprechenden Social Media Aktivitäten ausgewählt werden. Je nach Freezone variiert hierbei das Angebot. Deshalb gilt es, die richtige Freezone zu wählen oder sich dahingehend beraten zu lassen. Beispiele für geeignete Freezones sind unter anderem:
- IFZA
- Meydan
- Dubai Media City
Auf der sich in Gründung befinden Firma beantragt man bei der NMA kurz für NATIONAL MEDIA AUTHORITY eine Influencer-Lizenz. Dabei müssen alle bisherigen Unterlagen sowie Informationen zu den Social Media Accounts eingereicht werden.
Beim Antrag muss man zwischen drei verschiedene Arten von Social Media Lizenzen auswählen:
- Single Creator
- Group Creator
- Agency
Je nachdem, in welche Kategorie man fällt, muss man die richtige Art beim Antrag auswählen. In der Regel erhält man die Bestätigung nach Einreichung und Zahlung innerhalb von wenigen Werktagen.
Kosten
Die Kosten einer Influencer Lizenz bzw. Advertising Permit belaufen sich aktuell auf 5.000 AED. Diese muss jährlich zusätzlich zur Firma erneuert werden. Die jährliche Erneuerung ab dem 2. Jahr kostet jedoch nur 2.500 AED.
Somit entstehen Gesamtkosten bei Firmengründung, Visum, Emirates ID und Genehmigung von rund 25.000 AED, wenn man eine komplette Auswanderung als Influencer nach Dubai plant.
Grundregeln als Influencer
Die Grundregeln für das Teilen von erstellten Inhalten im Internet sind grundsätzlich logisch und selbsterklärend. Trotzdem nachfolgend noch einmal die wichtigsten Punkte im Überblick.
Respekt vor Gesellschaft und Gesetz In den VAE herrschen gewisse Gesetze und gesellschaftliche Ordnungen sowie religiöse Ansichten. Diese sollten allenfalls respektiert werden. Negative, überspitzte oder fälschliche Darstellung gewisser Umstände in den VAE sind strafbar. Als politischer Influencer sollte man die VAE somit eher meiden, wenn man das Land selbst kritisieren möchte.
Wahrheit Die Inhalte sollten stets der Wahrheit und faktischen Tatsachen entsprechen, außer diese sind satirisch gekennzeichnet oder dienen der Unterhaltung. Das Teilen von Missinformationen hat rechtliche Konsequenzen.
Keine verbotenen Produkte oder Aktivitäten Verbotene Produkte wie Marihuana oder andere Drogen dürfen nicht gezeigt und auch nicht beworben werden. Auch illegale Aktivitäten wie Casino oder Wetten sind nicht erlaubt und sollten weder gezeigt noch beworben werden.
Krieg Im Kriegsfall dürfen auch keine Bilder oder Videos von Drohnen, Raketen, Abwehrsystemen oder sonstigem gezeigt werden. Das hat den Hintergrund, dass Panik verhindert werden sollte und auch keine militärische Infrastruktur versehentlich gezeigt wird, die zur potenziellen Abwehr und Schutz dient.
Strafen
Die Strafen für die fehlende Einhaltung der Content Creator Guidelines / Regeln und das Fehlen von Firmen bzw. Lizenzen können zu empfindlichen Strafen führen. Wer grundsätzlich ohne Unternehmen und Lizenz arbeitet, kann bei erstmaligem Vergehen von 3.000 – 5.000 AED Strafe rechnen. Wer daraus nicht lernt und häufiger verstößt, muss mit Strafen von 10.000 AED rechnen.
Wer fortlaufend ohne Lizenz und Firma arbeitet und zudem gegen diverse Inhaltsrichtlinien verstößt, kann mit mehreren hunderttausend AED Strafe rechnen bzw. teilweise sogar in Millionenhöhe bei besonders schwerem vergehen. Hier zum kompletten Gesetz.
Zusammenfassung
Cotent Creation ist ein lukrativer Job geworden und zahlreiche Influencer sind dadurch zu Millionären geworden. Aufgrund der ortsunabhängigen Arbeit lassen sich Steuern frei gestalten. Entsprechend wandern immer mehr Influencer in Steueroasen wie Dubai aus. Wichtig ist, dass man für Werbung eine entsprechende Genehmigung bei der Behörde (NMA) einholt und im Zuge der Unternehmensgründung auch die richtigen Lizenzen beantragen.
Die Kosten betragen in der Regel 5.000 AED für Erstanträge und 2.500 AED für die Erneuerung zusätzlich zu den restlichen Kosten, die bei der Firmengründung anfallen.





