Firmengründung Dubai Freezone – Guide von A bis Z

08/03/2026
Inhaltsverzeichnis

Dubai hat über 20 verschiedene Freezone (Freihandelszonen), in denen man eine Firma gründen kann. Doch welche Freezone ist die Beste für eine Firmengründung, wie ist der Ablauf und was darf so eine Firmengründung überhaupt kosten?

Welche Freezones gibt es?

In Dubai gibt es mittlerweile über 20 verschiedene Freezones. Diese unterscheiden sich primär hinsichtlich der jeweiligen Branchenspezialisierung und der Lizenzen (Gewerbescheine) welche sie ausgeben. Hier sind die wichtigsten Freezones in Dubai im Überblick.

JAFZA (Jebel Ali Freezone)

Die mitunter bekannteste und älteste Freihandelszone in Dubai ist JAFZA kurz für Jebeli Ali Freezone. Sie wurde vor über 40 Jahren gegründet, um das Wirtschaftswachstum von Dubai zu steigern. Diese Freezone bietet einen eigenen Hafen und ist vor allem für Industrieunternehmen, welche Handel betreiben, interessant. Über JAFZA laufen jährliche hunderte Milliarden US-Dollar Handelsvolumen und ist für ein essenzieller Teil von Dubai’s Wirtschaft.

Neben dem Hafen bietet JAFZA, als eine der wenigen Freezones auch die Möglichkeit, Lagerhallen zu mieten. Das ist vor allem für Waren- und Rohstoffhändler entscheidend. 

DIEZ

Einer der am schnellsten wachsenden Freezones ist die DIEZ kurz für Dubai Integrated Economic Zone. Diese Freihandelszone liegt im Stadtteil Dubai Silicon Oasis und ist vor allem auf Technologie- und Dienstleistungsbranche spezialisiert. Entsprechend gibt es hier viele Lizenzen in diesem Bereich. DIEZ ist auch die Freezone, mit der IFZA zusammenarbeitet. 

Ideal für Dienstleister, Online-Unternehmer, Berater, Agenturen und digitale Geschäftsmodelle. Günstige Einstiegskosten, breite Lizenzauswahl, schnelle Abwicklung, gute Bankbeziehungen. Einer der beliebtesten Einstiegspunkte für Einzelgründer und kleine Teams.

MEYDAN

Die Meydan Freezone zählt auch zu den wichtigen Freezone in Dubai und befindet sich neben dem bekannten Horse Race Stadium im Stadtteil Meydan. Hinsichtlich Lizenzen und Leistungen ähnelt sich die Meydan stark der DIEZ und diese Freezone sind nicht nur geografisch nahe, sondern stehen sich auch geschäftlich stark in Konkurrenz. 

Ähnlich positioniert wie IFZA/DIEZ, etwas flexibler bei der Lizenzierung und für Gründer interessant, die mehrere Aktivitäten unter einem Dach bündeln möchten. Ebenfalls kompetitive Preise und schnelle Gründungszeiten.

DMCC

Eine weiter wichtige Freezone im Bereich Handel ist die DMMC, kurz für Dubai Multi Commodities Centre. Die Freezone ist mittlerweile auch schon seit über 20 Jahren etabliert ein wichtigter Bestandteil von Dubai’s Freezone Infrastruktur. Aber auch über die Grenzen hinaus ist die DMCC schon des Öfteren als eine der wichtigsten Freezones weltweit betitelt worden. 

DMCC war ursprünglich auf Handel (Edelmetalle, Energie, Stahl und Agrarprodukte) spezialisiert, ist mittlerweile aber breit aufgestellt und hat sich in den letzten Jahren zu einem umfassenden wirtschaftlichen Hub entwickelt. 

DIFC

Der wichtigste Standort für Finanz- und Kryptounternehmen ist ganz klar die DIFC, kurz für Dubai International Financial Centre. Alle großen Banken und Finanzinstitute, sowie neue Börsen sind in der DIFC gelistet. 

Unter Touristen ist der Ort vor allem für die High End Restaurants und Klubs bekannt. 

Ausschließlich für Finanzdienstleister, Fonds, Family Offices, Kryptounternehmen mit regulierter Tätigkeit und Anwaltskanzleien. Eigenes Rechtssystem (Common Law), eigene Regulierungsbehörde (DFSA), deutlich höhere Kosten und Compliance-Anforderungen. Nicht geeignet für Standard-Gründungen.

Dubai Internet City / Dubai Media City

Spezialisiert auf Tech-Unternehmen bzw. Medien- und Kreativwirtschaft. Starkes Netzwerk innerhalb der jeweiligen Branche, physische Büropflicht, daher teurer als IFZA oder Meydan.

Vorteile einer Freezone Firma

Freezone Firmen in Dubai bieten einige Vorteile. Nachfolgend eine Übersicht an Gründen, weshalb diese Rechtsform in den letzten Jahren so beliebt geworden sind. 

Vorteile der Freezone Firma vs Mainland

1. Grundsätzlich sind Freezone Firmen in Dubai wesentlich kostengünstiger. Das hat mehrere Gründe.

  • Freezone Firmen benötigen kein physisches Büro
  • Freezone Firmen lassen sich remote gründen
  • Freezone Firmen sind großteils unreguliert. Nur wenige Lizenzen benötigen eine Regulation bzw. Freigabe durch die Behörde.

2. Darüber hinaus lassen sich Freezone Firmen schneller gründen und schließen als Mainland Firmen. 

3. Freezone Firmen benötigen keinen emiratischen Sponsor. Eine Firma kann also uneingeschränkt im Besitz eines ausländischen Gründers sein. 

Steuerliche Besonderheit: Die Qualifying Free Zone Person (QFZP)

Mit der Einführung der Körperschaftsteuer (Corporate Tax) von 9 % im Jahr 2023 stellt sich für viele Freezone-Unternehmer die Frage, ob die steuerlichen Vorteile der Freezone noch gelten. Die Antwort: Ja – unter bestimmten Voraussetzungen. Wer als Qualifying Free Zone Person (QFZP) eingestuft wird, zahlt auf sogenannte „Qualifying Income“ weiterhin 0 % Körperschaftsteuer. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass die Firma ausreichend wirtschaftliche Substanz in der Freezone nachweist, ihre Kernaktivitäten innerhalb der Freezone ausübt und bestimmte Einkunftsarten – die sogenannten Qualifying Activities – erzielt. Dazu zählen unter anderem Schifffahrt, Logistik, Rohstoffhandel und Fertigungsaktivitäten. Nicht-qualifizierte Einkünfte – etwa Einkünfte aus lokalen UAE-Geschäften – unterliegen weiterhin der normalen 9 % Steuer. Die genaue Einstufung hängt von der konkreten Geschäftstätigkeit ab und sollte mit einem Steuerberater vor der Gründung besprochen werden.

Jedoch besteht weiterhin für Kleinunternehmer (weniger als 3.000.000 AED Umsatz) der Small Business Reflief, welcher von der Körperschaftsteuer befreit. Ansonsten gilt die genannte 9%ige KöSt.. In der Praxis erhält man dennoch einen Freibetrag von 375.000 AED (rund 85.000 €) und kann sich großzügig steuerfrei Gehalt ausschütten, wodurch die steuerfreien Entnahmen auf mehrere hunderttausend Euro pro Jahr zu rechnen sind. 

Allgemeine Vorteile der Freezone Firma

Unabhängig von Mainland Firmen sind Freezone Firmen auch im internationalen Vergleich sehr beliebt und bieten weltweit gesehen einige interessante Vorteile. 

Niedrige Steuern Wie eingangs schon beschrieben, fallen auf Unternehmensgewinne keine Steuern an, sofern der Umsatz unter 3.000.000 AED liegt. Darüber profitiert man von einem Freibetrag von rund 375.000 AED sowie zahlreichen Möglichkeiten zur Minderung der Steuer durch Abschreibungen oder steuerfreie Gehälter. 

Hohe Reputation Mittlerweile besitzen die VAE eine hohe Reputation und sind auch schon von der grauen Liste der FATF genommen worden. Das internationale Ansehen ist über den Golf hinaus so gut wie nie zuvor. 

Aufenthaltsvisum Durch die Gründung einer Freezone in Dubai Firma hat man die Möglichkeit, ein Aufenthaltsvisum samt Emirates-ID in den VAE zu erhalten. Das ist vor allem für Auswanderer eines der Hauptargumente für die Gründung neben dem steuerlichen Vorteil. Zudem kann man vor Ort Bankkonten eröffnen. 

Nachteil: Einschränkung am Mainland

Wer in Dubai selbst Geschäfte betreiben möchte, der wird eine Mainland Firma gründen müssen. Freezone Firmen sind in ihrer Aktivität und Ausübung der Geschäfte auf Freezone und alle Länder der Welt „beschränkt“. Wer also vor Ort (in Dubai) ein Restaurant eröffnen möchte, benötigt eine Mainland Firma. Lediglich gewisse (digitale) Dienstleistungen, die remote ausgeführt werden können, dürfen an Mainland Firmen verrechnet werde. 

Sprich, wer weltweit oder innerhalb der Freezone tätig ist, sollte eine Freezone Firma gründen. Wer physisch in den VAE ein Unternehmen betreibt und dessen Kunden auch vor Ort, benötigt eine Mainland Firma.

Beispiele: Restaurants, Handwerksbetriebe, Immobilienfirmen etc..

Ablauf Freezone Firmengründung

Der Ablauf einer Firmengründung in einer Freezone in Dubai ist relativ klar geregelt, genauso wie die Kosten (dazu später mehr). Hier ist eine Schritt für Schritt Anleitung für die Gründung einer Freezone Firma in Dubai.

Freezone Wahl

Der erste und mitunter wichtigste Schritt ist der Wahl der Freezone. Bei über 20 Freezones ist die Auswahl entsprechend groß und man sollte sich gut überlegen, für welche Freezone man sich entscheidet. Die Freezones unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Lage, Kosten und Lizenzen. 

Bei der Auswahl ist die Lage weniger entscheidend, da man nicht täglich in die Freezone fahren muss. In der Regel im Geschäftsalltag 1-2 Mal pro Jahr.

Die Kosten sind natürlich immer entscheidend, wobei die innerhalb von Dubai nicht stark variieren. Die Freezones stehen im Wettbewerb miteinander und entsprechend ähneln diese sich preislich sehr. Deshalb gibt es hier keine großen Unterschiede. Lediglich außerhalb von Dubai wird es günstiger, was wir aber nicht unbedingt empfehlen.

Gründung

Nachdem man sich für eine Freezone in Dubai entschieden hat, ist die Gründung der zweite Schritt. Diese ist in der Regel ortsunabhängig bzw. remote möglich und dauert 3-5 Werktage.

Nach der Gründung kann man theoretisch bei gewissen Online Banken wie 3S Money oder Currenxie ein Konto eröffnen. Für all jene, die ein Konto bei einer physischen Bank eröffnen möchten oder ohnehin nach Dubai auswandern, müssen die nachfolgenden Schritte tätigen. 

E-VISA / Einreise

Nach der Gründung wird in den meisten Fällen für den Geschäftsführer (sofern der noch nicht in Dubai lebt) ein E-VISA beantragt. Mit diesem E-VISA ist die Einreise in die VAE offiziell als Mitarbeiter möglich. Das E-VSIA muss dann bei der Passkontrolle am Flughafen vorzeigt und abgestempelt bzw. gescanned werden. 

Dieser Schritt ist essenziell, sollte dieser übersprungen werden, entstehen enorme Mehrkosten, da der VISA-Prozess neu gestartet werden muss. 

VISA / Emirates ID

Mit dem gestempelten bzw. im System hinterlegten E-VISA kann man dann vor Ort den Prozess für das R-VISA (Residence VISA) und die Emirates ID starten. Dieser Prozess unterteilt sich wiederum in 3 essenzielle Schritte.

  • Medical Check – Der Medizincheck ist eine kurze Untersuchung hinsichtlich hochinfektiöser Krankheiten wie: HIV/AIDS, Syphilis, Hepatitis A, B und C, Tuberkulose und Polio.
  • EID Application – Sofern der Medical Check positiv verlaufen ist, kann man den Antrag auf Emirates-ID stellen. Mit diesem ausgefüllten Formular begibt man sich anschließend zur Biometrie.
  • Biometrie – Bei der Biometrie bzw. Biometrics werden einmalig Fingerabdrücke genommen. Das dient der klaren Identifikation für zukünftige Transaktionen mit der Emirates-ID. 

Sobald diese drei Schritte abgeschlossen sind wir die Emirates ID auf die angegebene Adresse zugestellt. In der Regel dauert das 3 Werktage. 

Kontoeröffnung

Sobald der Geschäftsführer bzw. man selbst die Emirates ID hat, kann man ein Bankkonto in Dubai eröffnen. Dabei ist es wichtig, dass das Unternehmen nicht nur richtig gegründet wurde, sondern auch einen legitimen Auftritt hat. Briefkastenfirmen ohne physische oder digitale Substanz werden in der Regel abgelehnt. Deshalb ist es wichtig, wenn man schon kein Büro o.Ä nachweisen kann, einen umfassenden Webauftritt zu besitzen. Website, LinkedIn und Social Media ist Pflicht.

Je nachdem welches Gewerbe man betreibt, gibt es verschiedene Banken, welche Sinn machen. WIO ist für Startups oder Dienstleister zu empfehlen, Mashreq für Unternehmen unterschiedlicher Art und Konzerne werden mit FAB oder HSBC gut bedient werden.

Steuerregistrierung

Ein seit 2023 essenzieller Schritt ist die Registrierung des Unternehmens bei der Dubai FTA, kurz für Federal Tax Authority. Wer das nicht binnen 90 Tagen tut, riskiert empfindliche Strafen von bis zu 10.000 AED. 

Darüber hinaus ist es notwendig, dass man ab einem gewissen Umsatz VAT oder VAT-Exempt registriert. Der Schwellenwert hierfür liegt bei 375.000 AED. Wer ab diesem Umsatz Rechnungen innerhalb der VAE ausstellt, muss eine 5 % VAT verrechnen. 

Buchhaltung & Jahresabschluss

Die fortlaufende steuerrechtliche Compliance umfasst auch fortlaufenden Buchhaltung und Jahresabschluss. Hierfür ist es zu empfehlen einen Buchhalter bzw. Steuerberater in Dubai zu engagieren. 

Kosten

Die Kosten variieren je nach Freezone etwas. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass man mit +- 5.000 € eine Firma mit 3 Lizenzen und einem VISA bekommt. Dieses wird in der Regel für den Geschäftsführer benötigt. Zusätzlich kommen noch Kosten für den medizinischen Check, Biometrie und Ausstellung der Emirates-ID. Dies ist notwendig, wenn ein Konto vor Ort eröffnen möchte. 

Weitere VISA für Mitarbeiter erhöhen die Kosten entsprechend. Ab dem 4. Mitarbeiter ist auch die Miete eines physischen Büros notwendig.

Ab 3 Lizenzen entstehen in der Regel höhere Kosten. Zudem sind auch die Kombinationen dieser entscheidend. Wenn man Handelslizenzen mit Dienstleistungslizenzen kombiniert, entstehen in der Regel zusätzliche Kosten. 

Freezones, die außerhalb von Dubai liegen, kosten in der Regel etwas weniger. Dafür haben diese eine weniger hohe Reputation und sind meist in der Abwicklung auch nicht so zuverlässig. In manchen Fällen kommt es auch zu Problemen bei der Kontoeröffnung.

Wenn der gesamte Ablauf von einem professionellen Dienstleister betreut und abgewickelt werden sollte, spricht man in der Regel von Kosten in der Höhe von 7.000 € für Full Service Paket. Dies beinhaltet eine Freezone Firma samt Aufenthaltsvisum, Emirates-ID (inkl. medizinischen Check & Biometrie) und Kontoeröffnung. 

Häufig gestellte Fragen

Nachfolgend ein Überblick der am häufigsten gestellten Fragen, wenn es um die Gründung einer Freezone Firma in Dubai bzw. den VAE geht. 

Kann ich in Dubai eine Freezone Firma gründen und weiterhin in Deutschland leben?

Das ist theoretisch möglich, in der Praxis aber aus steuerrechtlicher Sicht nicht unbedingt vorteilhaft. Denn wenn man als Gründer und Geschäftsführer weiterhin in Deutschland lebt, ist die Steuer auch in Deutschland zu entrichten. Deutschlands Steuersystem basiert auf dem sogenannten Welteinkommensteuerprinzip. Das bedeutet, dass weltweites Einkommen in Deutschland versteuert werden muss.

Ausgenommen davon sind Unternehmen, die im Ausland gegründet und dort auch faktisch geleitet werden. Das bedeutet, wer einen Geschäftsführer vor Ort (in Dubai) einstellt, der tatsächlich die Geschäfte leitet, kann den faktischen Steuersitz in Dubai begründen und von den Steuervorteilen profitieren.

Zusammenfassung

Die Gründung einer Freezone Firma in Dubai hat zahlreiche Vorteile und ist aus gutem Grund bei Expats oder globalen Unternehmern sehr beliebt. Die einfache Gründung, mittlerweile große Auswahl an Lizenzen und Steuervorteile sprechen für Freezone. Zudem erhält man über die Freezone das eigene Aufenthaltsvisum, um in Dubai leben zu dürfen. 

Die Gründung sollte jedoch gut überlegt bzw. im Idealfall einmalig begleitet werden. Immerhin liegen die Kosten bei +-5.000 € für die Firmengründung alleine und entsprechend sollte man dies richtig abwickeln. Eine Umgründung oder Umzug der Firma in eine andere Freezone ist nämlich nicht möglich. 

Schlussendlich sollte man auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen und einhalten. Dazu zählen unter anderem Steuerregistrierung, Buchhaltung und Jahresabschluss. Für gewisse Aktivitäten wie beispielsweise benötigt man zusätzliche Genehmigungen. 

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